Warum die Early Arctic Season in Spitzbergen so besonders ist
Warum die Early Arctic Season in Spitzbergen so besonders ist
Die Arktis hat ihren eigenen Rhythmus.
Viele Menschen verbinden Spitzbergen mit dem Sommer: Mitternachtssonne, zahlreiche Expeditionsschiffe und die klassische Reisezeit im hohen Norden. Doch es gibt eine andere Phase im Jahr, die deutlich ruhiger ist und eine ganz besondere Atmosphäre bietet – die frühe Arktis-Saison im März.
Zu dieser Zeit liegt Spitzbergen noch tief im Winter. Schneebedeckte Berge prägen die Fjorde, Gletscher treffen auf gefrorenes Meer und das Packeis treibt langsam durch die Gewässer rund um Svalbard. Gleichzeitig kehrt nach der langen Polarnacht langsam die Sonne zurück.
Das Faszinierende daran: Es gibt noch echte Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge.
Während im Sommer die Sonne kaum untergeht, bleibt sie im März niedrig über dem Horizont. Das sorgt für ein außergewöhnlich weiches Licht mit langen Schatten und Farben von zarten Rosatönen über warmes Gold bis hin zu tiefem Blau.
Für Fotografen gehört diese Lichtstimmung zu den schönsten, die man in der Arktis erleben kann.
Eine ruhigere Zeit in Spitzbergen
Die Early Season bringt nicht nur besonderes Licht, sondern auch eine ganz andere Stimmung mit sich.
Zu dieser Jahreszeit sind deutlich weniger Schiffe rund um Spitzbergen unterwegs. Viele Fjorde wirken still und unberührt und man bekommt ein Gefühl von echter Abgeschiedenheit, das in den Polarregionen immer seltener wird.
Natürlich haben wir Ziele im Kopf – Orte, die wir gerne erkunden möchten. Einige davon sind sogar auf eine sehr kleine Anzahl an Besuchern begrenzt. Mit einem kleinen Expeditionsschiff haben wir überhaupt erst die Möglichkeit, solche Plätze zu erreichen.
Gleichzeitig bleibt der Ablauf flexibel. Wetter, Eis und Wildlife bestimmen oft den Tagesverlauf. Genau diese Mischung aus Planung und Anpassungsfähigkeit macht eine Expedition in der Arktis so spannend.
Packeis, das Herz der Arktis
Ein weiteres Highlight dieser Jahreszeit ist das Packeis.
Im März treiben noch große Eisfelder rund um Spitzbergen. Wenn die Bedingungen es zulassen, können wir mit dem Schiff in diese Landschaft aus Eis navigieren.
Es wird die Möglichkeit geben, das Schiff für ein oder zwei Nächte im Eis im parken. In solchen Momenten verändert sich die Atmosphäre komplett. Das Schiff liegt still im Packeis und man erlebt eine Stille, die schwer zu beschreiben ist.
Gerade hier entstehen manchmal ganz besondere Begegnungen.
Wenn Eisbären im Packeis unterwegs sind, ihrem natürlichen Jagdrevier, kann es vorkommen, dass sie sich dem Schiff nähern. Natürlich lässt sich das nie garantieren – die Arktis folgt immer ihren eigenen Regeln. Doch genau diese Möglichkeit macht solche Momente so besonders.
Im Frühjahr sind Eisbären häufig mit ihren kleinen Cubs unterwegs, was diese Zeit des Jahres noch besonderer macht.
Wildlife beobachten, ein bisschen wie eine Safari
Wildtiere in der Arktis zu entdecken fühlt sich manchmal an wie eine Safari im Eis.
Man scannt die Landschaft, hält Ausschau nach Bewegung – und plötzlich entdeckt jemand etwas in der Ferne. Vielleicht ein Eisbär auf dem Eis, Walrosse an einer abgelegenen Küste oder Rentiere, die durch die verschneite Tundra ziehen.
Keine Begegnung lässt sich planen, und genau das macht sie so aufregend. Jede Sichtung ist authentisch, unvorhersehbar und ein echtes Privileg.
Mit dem Zodiac mitten in der Arktis
Viele der intensivsten Momente entstehen während unserer Zodiacfahrten.
Ein kleines Expeditionsschiff gibt uns die Freiheit, spontan die Zodiacs ins Wasser zu lassen und flexibel auf Situationen zu reagieren. Wenn wir Wildlife entdecken oder ein besonderes Licht sehen, können wir uns Zeit nehmen.
Wir können Positionen verändern, den richtigen Winkel für ein Bild finden oder einfach beobachten, was passiert.
Diese Flexibilität ist nicht nur für Fotografen wertvoll, sondern für jeden, der die Arktis wirklich erleben möchte.
Leise zwischen Eisschollen und Eisbergen treiben, entlang mächtiger Gletscher fahren oder Tiere auf Augenhöhe beobachten – genau dort entsteht das Gefühl, wirklich Teil dieser Landschaft zu sein.
Warum der März eine Art Geheimtipp ist
Unter Expeditionsguides und Polar-Enthusiasten gilt der März oft als eine Art geheime Saison für Spitzbergen.
Die Landschaft zeigt sich noch komplett winterlich, während das Licht bereits zurückkehrt. Gleichzeitig sind nur wenige Schiffe unterwegs, was der Region eine besondere Ruhe verleiht.
Ein weiterer Grund dafür sind die sogenannten Micro Cruises.
Immer mehr Reisende entscheiden sich bewusst für diese kleinen Expeditionsreisen. Statt hunderten Passagieren reisen nur kleine Gruppen durch die Arktis.
Mit wenigen Gästen an Bord entsteht eine völlig andere Dynamik. Entscheidungen können spontaner getroffen werden, Zodiacfahrten sind schneller organisiert und man kann länger an Orten bleiben, wenn sich eine besondere Situation ergibt.
Große Schiffe folgen festen Routen.
Micro Cruises folgen dem Rhythmus der Arktis.
Eine kleine Expedition in die Arktis
Im März 2027 werde ich genau zu dieser besonderen Jahreszeit eine kleine Expedition nach Spitzbergen begleiten.
Gemeinsam werden wir neun Tage lang durch die Fjorde und das Packeis rund um Svalbard reisen – mit maximal 12 Gästen an Bord der RV Kinfish, einem kleinen Expeditionsschiff, das uns Zugang zu Regionen ermöglicht, die größere Schiffe nicht erreichen können.
Ich werde die Reise persönlich begleiten und meine Erfahrung aus vielen Monaten in der Arktis und Antarktis als Expeditionsfotograf, Zodiac Driver und Guide einbringen. Zusätzlich werden uns zwei weitere erfahrene Expeditionsguides aus meinem Netzwerk unterstützen. Gemeinsam werden wir Einblicke in Fotografie, Wildlife, Polarregionen und das Leben auf Expedition geben.
Diese Reise richtet sich nicht nur an Fotografen. Sie ist für alle gedacht, die sich von wilden Orten angezogen fühlen und die Arktis wirklich erleben möchten.
Eine Reise, die bleibt
Vom 26. März bis 3. April 2027 werden wir gemeinsam durch diese außergewöhnliche Landschaft reisen.
Kleines Schiff.
Driftendes Eis.
Die ersten Farben des arktischen Frühlings.
Und vielleicht genau die Momente, die eine Expedition unvergesslich machen.
Ich freue mich jetzt schon darauf, gemeinsam in Richtung Norden aufzubrechen.
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